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Der Demokrator

Anne Will - Hungern muss hier keiner - Ein Land redet sich arm

25. Mai 2008 , Geschrieben von HerrMay Veröffentlicht in #Soziales

Anne Will

Hungern muss hier keiner - Ein Land redet sich arm

ARD-Sendung: 25.05.2008, 21.45 Uhr


eMail an die Redaktion

Schade das es nach Abschluß der Sendung keinen Chat mehr gab. Ich hätte mich gerne mit Herrn Butterwegge unterhalten. Er hat wunderschön den Trick der Politiker und unternehmergesteuerter Medien wie RTL,Sat1,etc durchschaut. Natürlich ist ein Vergleich mit Kalkutta unzulässig, denn wenn auf dieser Ebene diskutiert werden würde, dann wäre Frau Will superreich und selbst ein 850 Euro Niedriglohnjobber immer noch vermögend. Er hätte jedoch auch keine Kaltmiete von 350 Euro oder müßte für die Reparatur seines Fahrrads 100 Euro und mehr bezahlen. Wenn man der dummerhaften Argumentation dieser Frau Knobel-Ulrich folgen würde, dann müßte man die Leute mit Gewalt zur Arbeit zwingen. Ich würde Frau Doktor gleich erst mal zur Arche oder der Tafel zwangsverpflichten und dann soll sie ihren zynischen Blödsinn einmal in das Gesicht einer 75 Jährigen Oma mit Niedrigstrente oder einer alleinerziehenden Mutter mit Kind sagen die für einen Teller Suppe ansteht.
Hätte diese "Journalistin" mal richtig recherchiert und sich nicht auf das BILD Niveau begeben, dann hätte sie wissen können, daß sich Laien vor der Kamera immer irgendwie profilieren und das sagen was der Regisseur wünscht im schlimmsten Fall sogar so, daß sie sich dabei um "Kopf und Kragen reden". Der Hauptgrund warum Langzeitarbeitslose wenn sie nicht arbeiten gehen sich so verhalten liegt daran daß sie Angst haben, daß zu verlieren was sie im Augenblick "besitzen". Ich habe 10 Jahre immer wieder Anläufe unternommen einen Job zu finden, allerdings hatte ich panische Angst das man mich wieder so ausnutzen würde wie in meiner Zeit als ich selbstständig war. Deshalb bin ich für einen "normalen Job" nicht tauglich, obwohl weder zu dumm, zu faul  noch körperlich zu schwach dafür. Aber für 1,53 Euro gedemütigt zu werden, in dem mir Leute die wesentlich geringer qualifiziert sind als ich, mein Leben planen, funktioniert leider nicht. Ich habe das mehrfach versucht und bin daran immer wieder zerbrochen und mußte von vorne anfangen.
Ganz anders sähe das aus, wenn man Langzeitarbeitslose nicht wie Sträflinge oder Drückeberger behandeln würde, sondern menschenwürdig in dem man ihre Ängste und Nöte ernst nimmt. Ich bin mir sicher die wenigsten hocken sich dann noch vor den Fernseher und saufen den ganzen Tag Bier und fressen Kartoffelchips wie uns viele Medien weis machen wollen. Wenn ein Arbeitsloser jedoch bei Aufnahme einer Arbeit gerade mal ein paar Euro mehr erhält als wenn er nicht arbeitet, oder wie bei meiner Freundin sogar noch Geld mitbringen muß um zu arbeiten, dann ist das "System faul" nicht die, die in diesem System leben.
Was wäre z.B. davon zu halten, wenn man Niedriglohnbeschäftigten,Langzeitarbeitslosen oder Beziehern einer Mindestrente sämtliche Steuerauslagen erstatten würde? Dann würde zunächst der regionale Konsum angeregt und dafür gesorgt werden daß Arbeit als Motivationsmotiv für ein besseres Leben funktioniere, wie das bei Höchstgehältern üblicherweise der Fall ist.  Aber auf solche Ideen kommen Dogmatiker überlicherweise nicht, ihnen geht es nämlich gar nicht um die Betroffenen.

Mfg
W.May

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Kolossia 05/26/2008 00:28

Guter Kommentar! Wird es darauf auch eine Antwort geben?