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Der Demokrator

Die Methode Vattenfall

11. April 2009 , Geschrieben von HerrMay

Wie Kredithaie arbeiten

Ein Rechtsanwalt der mich in einer anderen Rechtsfrage beriet veriet mir mal, das Gerichte Mahnkosten nur in angemessener Höhe zulassen würden, alles andere könne als Wucher angesehen und vom Gericht abgelehnt werden. Die Enegielieferanten haben jedoch Mittel und Wege gefunden ihre Aussenstände trotzdem wuchermäßig zu verzinsen.
Sie setzen die Mahnfristen einfach kürzer und können dadurch extrem hohe Mahngebühren kassieren. Da Monopolisten gezwungen sind jeden als Kunden zu "akzeptieren" auch schlechte Zahler und Energiekosten sehr variabel ausfallen können hat man sich ein Modell ausgedacht, daß auch mit "schlechten Zahlern" hochprofitabel funktioniert. Man nutzt das Mahnverfahren für solche Zwecke.
Der "säumige Kunde" im Regelfall Niedriglohnbeschäftigte und Hartz4 Leistungsbezieher wird 14tägig gemahnt, hierdurch fallen pro Quartal mind. 15 Euro an. Nach Quartalsfrist werden diese Mahnkosten, die so vor Gericht nicht anerkannt werden könnten, (erlaubt sind max. 6 Euro), einfach "umetikettiert" und den Abrechnungsforderungen zugefügt. So bleiben diese unerlaubten Gebührenaufschläge selbst dann erhalten wenn der"Kunde" zwischendurch Ausgleichszahlungen vornimmt. Da insbesondere Langszeitarbeitslose und "Niedriglohnsklaven" keine Möglichkeit haben, "Forderungen" komplett auszugleichen lassen sich selbst mit "Bagatellforderungen" (50-150 Euro) einfach mal 60-80 Euro per Anno als Aufschlag "dazuverdienen. Das wären satte Zinsaufschläge von 50 bis über 100 Prozent, ganz klar Kreditwucher.
Natürlich wäre es möglich Altforderungen aus z.b. Jahresendabrechnungen als Festkredit umzubuchen und dem Schuldner zusätzliche Ratenzahlungsoption anzubieten während die Monatsabschläge ganz normal per Abschlagzahlungen beglichen werden, damit läßt sich aber nicht soviel Gewinn erzielen.

Wenn man mal davon ausgeht, das eine Mahnung den Mahnenden etwa 50-60 ct pro Mahnung kostet (incl. Porto) die Kosten jedoch mit 2,50 Euro legal abgerechnet werden dürfen, dann erkennt man die satten Renditemöglichkeiten in dieser Zahlungsform.Solche Gewinne sind mit dem eigentlichen Produkt (Gas, Wasser,Strom) wohl kaum möglich.
Kein Wunder das Zahlungsvorschlägen eines Schuldners bei Bagatellforderung nicht zugestimmt wird. Im Gegenteil, als ich selbst anbot meine Aussenstände bei Vattenfall die gerade einmal 116 Euro betrugen, entstanden auch durch die massive Strompreiserhöhung in 2008 mit 75 Euro monatlich auszugleichen (Abschlagzahlungen für 2009) betragen 49 Euro/Monat) wurde mit Stromabschaltung gedroht.

Es versteht sich von selbst, das Vattenfall solche Differenzen per teurer Servicenummer mit teilw. unverschämten Call-Center-Mitarbeiter erledigen läßt. Meiner meinte auf meine Begründungen hin, ich könne wenn mir die Zahlungsbedingungen nicht gefielen ja den Anbieter wechseln.
Dabei weiß inzwischen wohl jeder das die Energieriesen Vattenfall, EON, RWE,(hab ich noch einen vergessen?) Deutschland unter sich aufgeteilt haben. Auch die vermeintlichen Alternativangebote wie Nuon, Yello,etc. stammen von ihnen. Es versteht sich dabei fast wie von selbst das auch bei einem ständigen Geschäftskontakt Aussenstände immer zuerst mit den Zahlungseingängen verrechnet werden, bevor ein aktueller Abschlag als bezahlt gilt.
So kann es im ungünstigsten Fall daraufhin hinauslaufen, das der Kunde zwar Strom eingespart hat, aber trotzdem mehr bezahlen muß. So ähnlich funktioniert das System auch bei den Kredithaien, dankeschön Raubtierkapitalismus.

Ciao
DerDemokrator

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