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Der Demokrator

Wie aus Gesunden lukrative Patienten gemacht werden

7. Juli 2010 , Geschrieben von DerDemokrator Veröffentlicht in #Gesundheit

 

Mein Kommentar zu einem Bericht bei Report München

 

Ich finde solche Beiträge zwar sehr wichtig, habe aber die Befürchtung das sie weniger bewirken als gut wäre, DENN wen interessieren kritische Meinungen schon? Normalerweise diejenigen die es auch betrifft und die kennen sich ohnehin in der "Szene" aus. Werden hingegen "Insidernews" veröffentlicht, z.B. sowas hier:

http://www.youtube.com/watch?v=7q0ehQibjww

schießt die jeweilige Lobby normalerweise quer und verhindert weitere Berichterstattung oder ein "hochkochen" z.B. dadurch das man einen Skandal in die Ecke von Verschwörungstheorien stellt, da richtet er keinen Schaden an, denn wer glaubt schon einem Spinner?

Ich habe selbst zweimal versucht "Insidernews" zu veröffentlichen, es ist mir nicht gelungen. Die interessierte Presse hat "kalte Füße gekriegt" und man hat mir auch erklärt warum. Insofern rege ich mich über Skandale zwar weiterhin auf, bin aber nicht mehr wirklich überrascht was auch in einer Demokratie so alles möglich ist, und so gar nichts mit Demokratie zu tun hat.

Das Sawicki abserviert wurde und nicht wg. eines (konstruierten) Skandals zurücktreten mußte war mir ziemlich schnell klar, aber insbesondere sein "Krieg" gegen die Pharmalobby im Diabetesmanagement hat ihm auch unter Patienten zu Recht eine Menge Ärger eingebracht, weil er hier die Kassenlobby bediente und die Versorgung der Patienten massiv behinderte (Insulinanaloga). Insofern sehe ich Herrn Prof. Sawicki nicht als "eine Art "Robin Hood" des Gesundheitswesens, sondern als ein Sprachrohr der gesetzlichen Krankenkassen-leider.

Gestern informierte mich eine meiner Ärztinnen darüber das viele Kostenprobleme daher rührten das man das DRG-System (http://de.wikipedia.org/wiki/Diagnosebezogene_Fallgruppen) immer stärker zur Kostenbewertung heranziehen werde. Hierdurch würden Ärzte gezwungen Patienten wirtschaftlich zu klassifizieren. Daraus entstände ein "Manipulationsdruck" in die Richtung immer mehr Menschen als Dauerpatienten zu generieren um überhaupt kostendeckend arbeiten zu können. Denn insbesondere im Fall der psychisch-somatischen Erkrankungen läßt sich eine Kostenklassifizierung nur unzureichend erstellen-jeder Mensch reagiert anders.
Gerade das neue Punktesystem der medizinischen Dienste der Krankenkassen (http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegestufe#Ver.C3.A4nderung_des_Pflegebed.C3.BCrftigkeitsbegriffs) das in letzter Zeit viel unliebsame Aufmerksamkeit erhalten hat, weil es oft realitätsfern berechnet wird, verdeutlicht den Konflikt zwischen Gesundheitsfürsorge und Kosteneffizienz.

Persönlich bin ich inzw. der Meinung das im Gesundheitswesen niemals mehr als Richtlinien erarbeitet werden können um eine  einigermaßen vernünftige Kostentransparenz zu erreichen. Spätestens wenn die Effizienz eines Menschen ausschließlich nach seiner "Nutzbarkeit" berechnet wird, verlassen wir den Boden der Menschlichkeit und der Existenzkampf wird zum tödlichen Krieg "Arm gegen Reich". Wollen wir das, wo liegen da dann die Unterschiede zu politischen Diktaturen?  

Ciao
DerDemokrator

 

P.S. Bei SpON (SpiegelOnline) habe ich mich ebenfalls zum Thema Gesundheit geäußert und obwohl seit über 10 Jahren Chroniker erst jetzt erfahren das auch Kassenpatienten das Recht auf eine Rechnung haben, allerdings wohl nicht darauf das diese auch kostenlos ist! 

 

http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=5812892#post5812892

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